Siedlung an der Neuherbergstraße
In der Siedlung an der Neuherberg-/Rockefellerstraße in Milbertshofen – Am Hart sollen durch Nachverdichtung etwa 650 neue Wohnungen für Bundesbedienstete entstehen.
Aktuelles
Das Ergebnis des Wettbewerbs für die städtebauliche und freiraumplanerische Rahmenplanung steht fest: Das Preisgericht zeichnete am 28. November 2025 den Entwurf von bogevischs buero architektur und stadtplanung, München, mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner, Freising, aus. Weitere Infos finden Sie unter "Wettbewerb".
Die Ausstellung der eingereichten Wettbewerbsarbeiten ist von 22. bis 28. Januar 2026 im Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, zu sehen.
Ein Infomarkt der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben am Donnerstag, 29. Januar 2026, bietet ab 17.30 Uhr die Möglichkeit, sich über die Planung zu informieren und sich mit den Planungsbeteiligten auszutauschen. Ebenfalls im Kulturhaus Milbertshofen.
Projekt
Die bundeseigene ehemalige Siedlung für amerikanische Streitkräfte an der Neuherberg- / Rockefellerstraße soll nachverdichtet werden, um dringend benötigten Wohnraum für Bundesbedienstete zu schaffen. Durch eine Mischung aus Sanierung und Dachgeschossausbau sowie durch Ersatzneubauten und ergänzende Neubebauung sollen rund 650 neue Wohnungen ermöglicht werden.
Steckbrief
Stadtbezirk: Milbertshofen – Am Hart
Lage: an Neuherberg- und Rockefellerstraße
Fläche: rund 19 Hektar
Bisher: Wohnsiedlung (ursprünglich für amerikanische Streitkräfte, jetzt für Bundesbedienstete)
Geplante Nutzungen: Wohnen
Geplante Wohneinheiten: 650
Bebauungsplan Nummer: 1746a
Verfahrensstand: Wettbewerbsverfahren abgeschlossen
Details zum Projekt
Das rund 19 Hektar große Planungsgebiet am nördlichen Stadtrand Münchens liegt im Stadtbezirk Milbertshofen – Am Hart, beiderseits der Neuherbergstraße sowie nordöstlich der Rockefellerstraße. Im Norden grenzt es an die offene Heidelandschaft der Nordhaide, im Osten an die Ernst-von-Bergmann-Kaserne.
Die Siedlung besteht aus überwiegend dreigeschossigen Gebäuden mit Satteldächern in Zeilenbauweise, die in Gruppen teils versetzt oder fächerartig angeordnet sind. Charakteristisch für die Siedlung sind zudem mehrere große Parkplätze und die geschwungenen Erschließungsstraßen.
Mit dem Aufstellungsbeschluss werden folgende Ziele angestrebt:
- bauliche Nachverdichtung
- Anpassung der vorhandenen Gebäude durch Sanierung, Dachgeschossausbau und Ersatzneubauten
an moderne Anforderungen an Wohnqualität und Wohnumfeld - Schutz der Wohnnutzung vor Verkehrslärm
- Parkraumkonzept
- stadträumliche Fassung der Neuherbergstraße
Im Rahmen der Wohnbauoffensive des Bundes sollen barrierefreie, attraktive und zeitgemäße Wohnungen in einem bedarfsgerechten Wohnungsmix für Bundesbedienstete geschaffen werden. Südlich der Neuherbergstraße sind zudem Kindertagesstätten und Einkaufsmöglichkeiten vorgesehen.
Ein wertvoller Baumbestand in den Freiräumen zwischen den Gebäuden sowie alleeartige Baumreihen entlang der Straßen prägen die Siedlung und verleihen ihr einen parkartigen Charakter. Dieser soll erhalten bleiben. Gleichzeitig ist geplant, die bestehenden Grün- und Freiflächen aufzuwerten, um neue stadträumliche und landschaftliche Qualitäten zu schaffen.
Bürgerbegehren "Grünflächen erhalten"
Den Zielen des vom Stadtrat übernommenen Bürgerbegehrens „Grünflächen erhalten“ vom 1.März 2023 soll in der weiteren Planung Rechnung getragen werden. Insbesondere soll die im Flächennutzungsplan dargestellte Allgemeine Grünfläche berücksichtigt werden.
Die Siedlung wurde im Rahmen eines Wohnungsbauprogramms der amerikanischen Streitkräfte zwischen 1954 und 1956 errichtet. Der Standort wurde aufgrund der Nähe zur Warner-Kaserne gewählt. Die angrenzende Panzerwiese war bis Ende der 1980er Jahre ein militärischer Übungsplatz, der bis in die 1960er Jahre auch als Flugplatz diente.
Die Planung der Siedlung erfolgte ausschließlich durch die amerikanischen Streitkräfte. Die Landeshauptstadt München war lediglich beim Straßenbau in die Planung eingebunden. 1969/1970 erfolgte die Freigabe durch die US-Streitkräfte und die Übergabe der Wohnsiedlung an die heutige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).
Der im September 2023 gefasste Aufstellungsbeschluss sah unter anderem die Durchführung des nun städtebaulichen und landschaftsplanerischen Workshopverfahrens vor. Ergebnis dieses Verfahrens soll ein städtebaulicher Masterplan als Grundlage für die weitere Planung sein.
Um eine Bandbreite möglicher städtebaulicher und freiraumplanerischer Lösungen zu erhalten, verständigte man sich beiderseits auf die Durchführung eines Wettbewerbs, der im November 2025 entschieden wurde. Der zur Realisierung ausgewählte Entwurf wird derzeit geprüft und konkretisiert.
Entwicklungsschritte
Um einen zügigen Projektverlauf zu ermöglichen, wird das Wettbewerbsgebiet in zwei Schritten entwickelt.
In einem ersten Schritt soll der Bereich nördlich der Neuherbergstraße im Rahmen des bestehenden Baurechts gemäß § 34 BauGB entwickelt werden. Maßgeblich für die planungsrechtliche Beurteilung von Baumaßnahmen ist hierbei die Einfügung in die nähere Umgebung.
Der Bereich südlich der Neuherbergstraße bildet den zweiten Schritt. Mit dem Start des Bebauungsplanverfahrens wird hier die Möglichkeit einer intensiveren Nachverdichtung einschließlich der zugehörigen sozialen Infrastruktur und Erholungsflächen geschaffen.
Wettbewerb
Um die verträgliche städtebauliche Dichte zu ermitteln und die Planungsziele aus dem Aufstellungsbeschluss zu sichern, wurde ein Realisierungswettbewerb durchgeführt. Die Aufgabenstellung sieht die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum im Umfang von mindestens 500 und bis zu 1.000 Wohneinheiten vor. Dieser soll durch eine Mischung aus Sanierung und Dachgeschossausbau sowie durch Ersatzneubauten und ergänzende Neubebauung ermöglicht werden. Zudem sollen im Zusammenspiel mit der vorhandenen Bau- und Freiflächenstruktur neue stadträumliche und landschaftliche Qualitäten geschaffen werden. Für eine nachhaltige Entwicklung sind insbesondere die Belange des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und des Regenwassermanagements zu berücksichtigen.
Der Wettbewerb umfasst zwei Teilaufgaben:
- Flächenplanung: Städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept für die ehemalige Siedlung amerikanischer Streitkräfte an der Neuherberg-/Rockefellerstraße
- Objektplanung: Gebäude- und Freianlagenplanung für einzelne Neubauten und einen exemplarischen Ersatzneubau
Der Siegerentwurf wird der weiteren Planung zugrunde gelegt.
Im November 2025 wurde der Realisierungswettbewerb entschieden. Unter den neun interdisziplinären Planungsteams aus Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung vergab das Preisgericht folgende Preise:
- 1. Preis: bogevischs buero architektur und stadtplanung gmbh, München, mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner part mbb, Freising
- 2. Preis: Drees & Sommer SE, Berlin, mit BIOS ATELIER, Cannes (FR), und A KIND OF SPACE Office für Architecture, Research and Design, Berlin
- 3. Preis: MR Müller Reimann Planungsgesellschaft Berlin GmbH, Berlin, mit Vogt LA Zürich, Zürich (CH)
Städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept
Der Siegerentwurf überzeugt durch seine klare städtebauliche Struktur. Ein zentraler, durchgehender Grünzug bildet das Rückgrat des Quartiers. Der Grünzug mit Spielinseln und Wegeachse schafft eine Verbindung zu den nördlich und südlich angrenzenden Freiflächen und stärkt die übergeordnete Orientierung im Quartier. Die künftigen Mobility-Hubs sind an den beiden urbanen Quartiersplätzen angeordnet, die an den Grünzug grenzen.
Objektplanung
Der Siegerentwurf sieht rund 650 neue Wohnungen in verschiedenen Grundtypen vor. Die öffentlichen Räume und der Grünzug profitieren von der klar strukturierten städtebaulichen Figur. Eine bis zu sechsgeschossige, geschlossene Bebauung entlang der Neuherbergstraße und der Rockefellerstraße schützt die dahinterliegenden Freiflächen vor Straßenlärm. Der nördliche Quartiersplatz ist als offener Shared Space geplant. Die im städtebaulich-freiraumplanerischen Konzept angelegten Qualitäten der Freiraumplanung bieten Potenzial für zukünftige Entwicklungen.
Anonymer, nicht offener Planungswettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe RPW 2013 mit vorgeschaltetem offenem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung: 16., 17. Oktober und 28. November 2025
Auftraggeberin: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München
Wettbewerbsbetreuung: bgsm Architekten Stadtplaner, München
Teilnehmende Büros: neun interdisziplinäre Planungsteams aus Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung
Chronologie
10-11/2025 Preisgericht Realisierungswettbewerb
09/2023 Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 1746a
12/1992 Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 1746